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Der Nordecker Steinbruch

Aus dem Archiv des Allendorfer Heimatmuseum

 

Die ehemalige Steinbruch-Abfallkippe an der Straße „Am Steinbruch“ in Nordeck ließ die Stadt Allendorf in den Jahren 1979/1980 kostenlos rekultivieren, indem die im Stadtbereich tätigen Tiefbaufirmen verpflichtet wurden, alle anfallenden überschüssigen Erdmassen in diesem Bereich einzubringen. Nach Abschluss dieser Maßnahme wurde dem Oberhessischen Gebirgsverein (OHGV) Zweigverein Nordeck das Areal als Vereinsgelände zur Verfügung gestellt.  Auf diesem Gelände errichtete anschließend der OHGV unter dem Vorsitz von Gotthard Debelius ein schmuckes Vereinsheim. Das Vereinsheim und die Außenanlage, wurden zwischenzeitlich umgestaltet, u.a. wurde eine Boulebahn angelegt, und werden für das rege Vereinsleben vielfältig genutzt.   

Auf den Fotos ist der ehemalige Steinbruch vor der Rekultivierung, das Vereinsheim des OHGV, während des Baues und nach seiner Fertigstellung (Ende der 1970er Jahre), zu sehen.

 

Nachruf auf Karl Gustav Pfeifer

Reinhold Gruninger

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von Reinhold Gruninger

am 24.12.2020 ist mein Freund Karl Gustav Pfeifer nach  langer Leidenszeit verstorben. Wir waren seit über 70 Jahren befreundet und sind durch dick und dünn gegangen. Wir waren gemeinsam mit unseren Alterskamerad zur Musterung in Gießen beim Kreiswehrersatzamt - und mussten zu unserer Verblüffung hören, dass Gustav sich zur Marine gemeldet hatte. Am Tag als er mit dem Zug zum Dienstantritt in Hamburg fahren wollte, haben wir ihn begleitet - und vorher waren wir alle im Kino Luxor und haben den Film "Meuterei auf der Bounty" geschaut. Wir werden ihn immer in unseren Gedanken sehen und behalten!anger Leidenszeit verstorben. Wir waren seit über 70 Jahren befreundet und sind durch dick und dünn gegangen. Wir waren gemeinsam mit unseren Alterskamerad zur Musterung in Gießen beim Kreiswehrersatzamt - und mussten zu unserer Verblüffung hören, dass Gustav sich zur Marine gemeldet hatte. Am Tag als er mit dem Zug zum Dienstantritt in Hamburg fahren wollte, haben wir ihn begleitet - und vorher waren wir alle im Kino Luxor und haben den Film "Meuterei auf der Bounty" geschaut. Wir werden ihn immer in unseren Gedanken sehen und behalten!

Nachruf auf Erika Hartmann

Kurz vor dem Jahreswechsel, am 29. Dezember 2020, ist im Alter von 82 Jahren Erika Hartmann für immer von uns gegangen. Mit dem Namen Erika Hartmann sind in Allendorf (Lumda) viele Erinnerungen und Begebenheiten verbunden. Erika Hartmann war eine aufgeschlossene Persönlichkeit, die sich in vielen Bereichen, insbesondere im sozialen und kulturellen Sektor sowie politisch, kompetent engagiert hat. Sie war Mitglied in vielen Allendorfer Vereinen, übte Vorstandstätigkeiten aus, vom Kulturring war sie Vorsitzende. Den Seniorenclub leitete sie viele Jahre bis zu ihrem Wohnungswechsel nach Berlin, ihrer Geburtsstadt.

Den Heimat- und Verkehrsverein haben sie und ihr vorverstorbener Ehemann Dr. med. Gottfried von Anfang an aktiv unterstützt. Als der Verein zur Pflege internationaler Beziehungen Allendorf (Lumda) im April 1984 gegründet wurde, gehörten Erika Hartmann und Dr. Gottfried Hartmann zu den Gründungsmitgliedern. Befasste sich der Verein zunächst überwiegend mit der Partnerschaft, die mit der französischen Gemeinde Nouvion sur Meuse bestand, kam 1989 die Partnerstadt

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Golancz in Polen dazu. Zu vielen Anlässen reiste die Familie Hartmann nach Nouvion und mindestens ebenso oft kamen französische Freunde nach Allendorf zu Besuch. Bei nahezu allen Partnerschaftstreffen in Allendorf und in Golancz war Erika Hartmann dabei. Zu den polnischen Freunden hatte Erika eine besonders tiefe Beziehung. Ihr Anspruch war, sich auch in der polnischen Sprache mit ihnen verständigen zu können. Sie absolvierte erfolgreich einige Sprachkurse. Zusammen mit anderen aktiven Vereinsmitgliedern hat sie zu Beginn der Partnerschaft, als die Not noch groß war, viele Hilfsgüter nach Golancz gebracht. Als Erika Hartmann 2009 Magdalena Thiel in Golancz kennenlernte, stand für sie fest: hier müssen wir helfen. Die Versorgung mit neuen Beinprothesen war dringend notwendig, da die alten verschlissen waren und die Familie das Geld für neue nicht aufbringen konnte. Der Partnerschaftsverein startete einen Spendenaufruf. Um die Gesamtkosten aufzubringen, fehlte jedoch ein hoher vierstelliger Betrag. Erika stellte diese Summe sofort zur Verfügung. Im Laufe der Jahre war die Überholung bzw. Reparatur der Prothesen erforderlich. Auf Ihre Initiative wurden diese inzwischen zweimal in Deutschland, zuletzt im Jahre 2019, vorgenommen. Die notwendigen Kosten wurden von Erika Hartmann gespendet. Bis zuletzt hatte Erika immer ein offenes Ohr und man erhielt von ihr immer eine kluge Antwort.

Die vorstehenden Ausführungen stellen nur einen kleinen Ausschnitt des ehrenamtlichen Engagements von Frau Erika Hartmann dar.

Sie hat darüber hinaus auf zahlreichen weiteren Gebieten gewirkt. Für ihr Wirken wurden ihr das Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens Deutschland, das Ehrenzeichen der Deutschen Ärzteschaft und die Allendorfer Bärtzebürgerschaft verliehen.



Erika Hartmann hat zuletzt im Johannesstift in Gießen gelebt, liebevoll umsorgt von ihrer Familie, insbesondere von ihrer Tochter Judith und Enkeltochter Klara. Selbst dort hat sie noch im Wohnbeirat mitgearbeitet und mit den Bewohnern gebastelt und vorgelesen.

Wir haben eine liebe Vereinsfreundin verloren.
Wir werden Erika als aufgeschlossenen, toleranten, verständnisvollen und liebenswerten Menschen in Erinnerung behalten.

Der Allendorfer Kolter

Dies ist der Allendorfer Kolter

präsentiert am Allendorfer Brunnen (Bonn) in der Kirchgasse (Bonngass) von T. Benz und D. Wilbert

 

 

Das Allendorfer Stadtviereck

Aus dem Allendorfer Heimatmuseum

 

Das Modell des  Stadtvierecks zeigt Allendorf um 1500 mit Stadtmauer und Wassergraben. Es wurde Anfang der 1980er Jahre von Reinhold Huttarsch(+) gefertigt und später von Kurt

Ille(+) restauriert. Neben der evangelischen Kirche mit Kirchhof (nördlich) sind in unmittelbare Nähe der Kirche das ehemalige Schulgebäude (heute Heimatmuseum) und der Stadtturm, letztes Relikt der Stadtbefestigung, dargestellt.

 

Der alte Stadtturm war Bestandteil der Stadtmauer, die unmittelbar im Anschluss an die Verleihung der Stadtrechte an Allendorf, durch den Großen Freiheitsbrief des Landgrafen Heinrich II. von Hessen vom 5. März 1370, aufgrund einer Verordnung vom 14. März 1370 gebaut werden musste. Dafür wurde die Stadt, für die Dauer von sechs Jahren, von allen Abgaben an den Landesherrn befreit.

 

Einst bestanden vier Türme im Verlauf der Stadtmauer, davon  der heue noch erhaltene, der dominierende und schönste zu gleich war, an der Nordwestecke der Stadt errichtet, weithin Ausblick ins Land bietend. Während dieser Turm rund war, hatten die übrigen drei viereckige Formen.

 

Der runde, 1980 renovierte Turm ist sechs Meter dick und bis zur Dachtraufe dreizehn Meter hoch. Auf dem Stich von Merian war er mit einem spitzen Helm und vier Spitzgauben versehen. Heute trägt er eine sogenannte welsche Haube; sie entstand nach einem Brand 1603 oder 1634.

 

An beiden Seiten des Turmes ist heute noch der Maueranschluss mit dem ehemaligen Wehrgang zu erkennen. Die Stadtmauer war hier ungefähr zwei Meter dick und vier Meter hoch. Die Höhe ist am heutigen Geländeniveau gemessen, das im Laufe der Jahre wesentlich aufgefüllt worden war. Außen umgab die Stadtmauer

 

einst ein Wassergraben (auf dem Modell mit blauer Farbe

dargestellt), der zwei Meter unter der heutigen Straßendecke gelegen hatte.

 

Das Mauerwerk des Turmes ist beachtlich: unten hat es eine Dicke von zwei Metern, im obersten Drittel von eineinhalb und schließlich einem Meter. Mehrere Schießscharten und Lichtluken. erhellten das Innere nur dürftig, das unten einen Durchmesser von 1,90 und oben von 3,75 Metern aufweist. Durch das runde Angstloch in etwa 10 Meter Höhe war der enge Schacht zugänglich, den in der Mitte abermals eine Wölbung, diesmal mit viereckiger Öffnung unterteilte. Ein Modell, wie der Turm innen aussah, ist im Stadtturm ausgestellt.

 

Der Turm wurde demnach als Speicherraum, aber auch als Verlies benutzt. Eine Seilwinde mag für den Transport von Mensch und Material gedient haben.

 

Die letzte Renovierung des Turms wurde 1979 begonnen und der Abschluss mit einem Fest am 4. Oktober 1980 gefeiert.  Krönender Abschluss der Renovierung war das Setzen einer neuen Turmspitze.

 

Im Knauf befinden sich in einer verlöteten Hülse ein Bericht über den Turm, verschiedene Ausgaben der Allendorfer Nachrichten, Autoaufkleber und andere Zeitdokumente.

 

Die brünierte Kupferfahne zeigt den Allendorfer Löwen und die Jahreszahl 1980. Der ausgesägte Rand soll die Flammen der vielen Brände darstellen und das vergoldete große A ganz oben, der Anfangsbuchstabe der Stadtnamens, mag als Symbol des Aufstiegs gelten.

Nachdem mehrere Generationen den Turm nicht betreten hatten, ist er seit 1980 begehbar. Es wurde ein ebenerdiger Zugang geschaffen und eine Spindeltreppe mit 62 Stufen eingebaut. 

 

Lichtluken geben den Blick auf das Städtchen und die Landschaft frei. In den Vitrinen in den Schießscharten zeigt der Heimat- und Verkehrsverein Dokumente der Stadtgeschichte.

 

Wer die Treppe im Turminneren emporsteigt, sieht an der Mauer beleuchtete Tafeln,  auf denen Auszüge aus der Allendorfer Geschichte zu lesen sind. Auf der obersten Etage laden Bänke zum Ausruhen ein.

 

Ebenso wie das Allendorfer Heimatmuseum wird vom Heimat- und Verkehrverein Allendorf (Lumda) e.V. der Stadtturm seit über 40 Jahren eigenverantwortlich verwaltet und geführt.

 

Leider sind durch die Corona-Pandemie derzeit keine Besichtigungen und Besuche möglich.

 

Besuche können - wenn es die Verordnungen wieder zulassen - unter den unten genannten Kontaktdaten vereinbart werden.

 

Heimat- und Verkehrsverein

Träger des Allendorfer Heimatmuseums

Kontaktdaten:

Heimat- und Verkehrsverein Allendorf (Lumda) e.V.

Telefon 06407-5267 oder 0160-94939544

Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!               

                                                                         

Beschauliches Dorfleben



So sah es in Allendorf auf der Hauptdurchgangsstraße um 1935 aus ! Autos gab es kaum. Die Ortsdurchfahrt wurde überwiegend von Pferde- und Kuhgespannen benutzt sowie von Fußgängern, die auf der Mitte der Straße ihres Weges gingen. Selbst Gänse und vermutlich auch Hühner, Hunde und Katzen konnten sich ohne Gefahr auf den Straßen aufhalten. Die Straße war Bestandteil ihres Lebensraumes.

Das Foto wurde in der Treiser Straße/Ecke Kirchstraße aufgenommen. Im Vordergrund das stattliche Haus von „Erbhofbauer Weiß“, das Nebengebäude ist im Bau und wird mit Backsteinen gemauert.

Auf der Straße Katharine Stein, Ehefrau des Hausmetzgers Wilhelm Stein mit ihrem Neffen Martin Stein(+), geboren 1929, aus der Rheingasse 16. Frau Stein trägt Allendorfer Alltagstracht.

Die Anwohner von Treiser- und Londorfer Straße wünschen sich
sicherlich manchmal diesen Zustand zurück.


Heimat- und Verkehrsverein
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