Besuch aus Polen! Ein Bericht des Gießener Anzeigers

PARTNERSCHAFT Neunköpfige Delegation aus Golancz unter anderem unterwegs zu Daubringer Solarpark und Londorfer Galerie

(ju). Die anhaltende Partnerschaft zwischen dem Verein zur Pflege internationaler Beziehungen in Allendorf/Lda. und der Gemeinde Golancz/Polen (Gollantsch, Wartheland), besteht nun schon seit 15 Jahren. Gerade sind von dort wieder Gäste eingetroffen.

Die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages erfolgte am 18. Juli 1998 in Allendorf/Lda. und am 19. Juni 1999 dann in Golancz. Die Pioniere dieser Partnerschaft waren damals Bürgermeister Alcksaner Ostojski, (Golancz) und der Allendorfer Vereinsvorsitzende Walter Deissmann. Beide Initiatoren sind bereits verstorben. Der Verein zur Pflege internationaler Beziehungen, der heute vom Vorsitzenden Sören Conrad geführt wird, kann eine stolze Bilanz aufweisen, jährlich finden Partnerschaftstreffen in Golancz und in Allendorf statt.

Nun traf wieder eine Delegation aus Golancz in Allendorf/Lda. ein, die im Museumskeller von den Vereinsmitgliedern in Empfang genommen wurde. Elfriede Benner übernahm dabei die Organisation, denn die Gäste mussten anschließend noch in den Gastfamilien untergebracht werden Fünf Tage sind die neun Golanczer in Allendorf. Der gastgebende Verein zur Pflege internationaler Beziehungen hat ein umfangreiches Besuchsprogramm zusammengestellt. Schon am ersten Besuchstag wurde die Delegation von Bürgermeisterin Annette Bergen-Krause im Rathaus empfangen.

Zusammen startete man in Fahrge-meinschaften nach Staufenberg, hier stellte die Bürgermeisterin den Solarpark vor, an dem die Stadt beteiligt ist. Zum gemeinsamen Mittagessen traf man sich sodann im Gasthof „Künstlerhof Arnold“ in Allendorf/Lda. wieder. Dann startete die Delegation unter Leitung von Brunhilde Trenz in Richtung Rabenau-Londorf, dort wartete im „Atelierhaus Blaufelder“ in Londorf der Maler und Bildhauer Willi Blaufelder persönlich auf die polnischen Besucher. Mit einem Sektempfang begrüßte er die Gäste und führte sie durch seine Galerie, wo er alle Fragen zu den Bildern und seinem künstlerischen Werdegang beantwortete. Schon als Schüler begann Blaufelder zu malen, motiviert von seinem älteren Bruder, der Werbegrafiker und Maler war, lernte er bei ihm praktische Anwendungsmöglichkeiten kennen. Erst Jahre später entdeckte er, dass die Natur mit ihrer Schönheit und Vielfalt an Farben und Formen das eigentliche Bezaubernde in der Kunst des Umsetzens derselben in Bildern ist. Bilder mit lichtdurchfluteten Dörfern, Lavendelfelder in der Provence, Wiesen und Mohnblumen in der Normandie, aber auch Landschaften aus der Region bei dem der Betrachter glaubt, den Sommerwind spüren zu können. Die Delegation ließ sich regelrecht in die Bilderwelt Blaufelders hineinziehen und waren nur zögerlich wieder bereit diese Fantasiewelt wieder zu verlassen.

Schwer fiel der Aufbruch, doch Walter Heinzer wartete schon in seinem Garten auf die polnischen Gäste, die er zu einer Kaffeepause eingeladen hatte. Der Abend wurde beim Vorsitzenden Sören Conrad im Garten am Engelbach verbracht. Conrad hatte zum gemeinsamen Grillen eingeladen. Mit den Gästen wurde der ereignisreiche Tag aufgearbeitet und so manche Erinnerung ausgetauscht, denn in fünfzehn Jahren Freundschaft haben sich viele Dinge ereignet, an die man sich gerne erinnert. Am kommenden Wochenende soll das 15-jährige Bestehen seine offizielle Würdigung erhalten. Für die Gäste steht ein ebenso abwechslungsreiches wie interessantes Programm bereit, mit dem das Lumdatal und die Umgebung vorgestellt werden.

Sehr angetan und beeindruckt waren die Gäste aus Golancz im Atelier von den Bildern des Künstlers Willi Blaufelder. Sie wollten alles dazu wissen und viele Fragen bezogen sich auch auf den Künstler selbst. 	Foto: Ulmers

Sehr angetan und beeindruckt waren die Gäste aus Golancz im Atelier von den Bildern des Künstlers Willi Blaufelder. Sie wollten alles dazu wissen und viele Fragen bezogen sich auch auf den Künstler selbst.

Foto: Ulmers (Giessener Anzeiger)
Quelle: Giessener Anzeiger