Autorenlesung in der Remise des Heimatmuseums Allendorf

Wie ich angekündigt hatte, fand am 04. Oktober eine Autorenlesung in der Remise des Heimatmuseums Allendorf (Lumda) statt. Es waren etwa 20 Zuhörer gekommen und boten einen würdigen und interessierten Rahmen. Beide Buchautoren gehören zum Autorenstammtisch Gießen und haben schon einige Bücher veröffentlicht oder werden sie noch veröffentlichen.
Als erster las und erzählte Markus Zimmer aus Grüningen von seinen Erlebnissen als Busfahrer der Firma MITbus– und davon gab es reichlich, wie er schildern konnte. Ich muss gestehen, dass ich die negativen Erlebnisse mit ziemlichem Entsetzen hörte. Ich kann die Busfahrer seitdem nur bewundern, dass sie nicht aufgeben. Es dürfte aber für die Busfahrer in Stadt und Landkreis Gießen in Zukunft noch schwerer werden. Markus hat zwei Bücher geschrieben, die zwar einzeln gelesen werden können, aber eigentlich ist das zweite Buch die Fortsetzung des ersten Buches. Es sind beides eine romanhafte Biografie des Markus Zimmer, natürlich mit all den Problemen, die Markus erlebte.
Das erste Buch von Markus heißt „Gelle, Du bist mein Freund“ und erzählt auch aus dem

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Rotterdam (1)Norwegen (34)Markus Zimmer (2)Lothar Müller (2)Heimatmuseum Allendorf (6)Bohrinsel (1)

Vorleben von Markus, was nicht immer leicht war. Er erlebte positives, manchmal lustiges. Aber auch negative Erlebnisse musste Markus schildern und „verdauen“. Mich hat das Titelbild des Buches sehr berührt: Markus steht vor einem Limesturm, ein kleiner Junge an seiner Seite. Das passte gut zu seinen Schilderungen.
Einiges über den Leidens- und Lebensweg von Markus:
Wenn die Seele krank ist, leidet der ganze Körper. Dies muss der
Autor Markus Zimmer erfahren, als er im Beruf gemobbt wird.
Er, der kaum über seine Gefühle reden kann, kommt in eine psychosomatische
Klinik. Dort muss er auf einmal lernen, über sein
Gefühlsleben zu sprechen, muss lernen, dass man sich seiner
Tränen nicht zu schämen braucht und dass das gar nicht
unmännlich ist. Therapeuten brechen seinen Stolz, damit er
seine Emotionen zeigen kann. Seine Erlebnisse, Gedanken und
Erfahrungen verarbeitet er im vorliegenden Buch »Gelle, du
bist mein Freund« nach dem Motto »Es ist mir nicht peinlich,
bin ja krank«.
Der Autor Markus Zimmer, geboren 1961 in
Gießen, ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Er wuchs in einem behüteten Elternhaus in
Watzenborn-Steinberg auf. Nach dem Realschulabschluss
begann er eine Ausbildung
und arbeitete 30 Jahre in Verantwortung und

Das Buch von Markus
Das Buch von Markus

mit viel Freude in dem erlernten Beruf. Er ist immer neugierig
und gab sich zur Aufgabe, jedes Jahr etwas völlig Neues zu
erlernen. Durch Aktivitäten unter und auf dem Wasser, in
Sporthallen und in der Luft erwarb er sich unzählige Lizenzen.
Die Idee zur Produktion einer CD mit Kinderliedern, die zum
Sport animieren soll, bekam er als Tischtennistrainer. Zusätzlich
veröffentlichte er im offenen Kanal einen Film über Bewegungsanimation.
www.edition-fischer.com
ISBN 978-3-89950-714-0
€ 12,80 (D)

Das zweite Buch heißt „Ein Ticket zum Marktplatz über Malta“, mit dem „Marktplatz“ ist der in Gießen gemeint. Markus erzählt im Buch, wie ihm die Fahrgäste mit der Zeit immer vertrauter werden. Er erzählt in lustigen und zum Nachdenken anregenden Geschichten, die aber manchmal nicht lustig sind. Die Leser und Benutzer der Busse dürften so über ihre Erlebnisse und ihr Verhalten nachdenken. Mein Bruder Rolf war vor vielen Jahren Busfahrer für die Stadtwerke in Gießen und konnte die Ausführungen von Markus bestätigen und einige Erlebnisse beisteuern.
Im Anschluss erfolgte eine lebhafte Debatte mit den Zuhörern, was mich freute. Denn wohl jeder hat bei seinen Busfahrten verschiedenes ungutes erlebt. In der heutigen Arbeitswelt gibt es durch die Entfremdung in der Arbeitswelt für die meisten einiges zu berichten. Ich kann also die beiden Bücher von Markus jedem, der in einer ähnlichen Situation wie Markus war, zum Trost und Wiederaufbau empfehlen.
Der zweite Autor, Lothar Müller aus Annerod - sein Buch hat den Titel "Ist das wirklich Liebe?"-, von Beruf ist er bauleitender Ingenieur im Anlagenbau – eine Familientradition- , erzählte von seinen vielfältigen Berufen und seinen Arbeitseinsätzen in fast ganz Europa! Unterstützt durch seine Bilder schilderte er seiner Ankunft, seiner Arbeit und den Problemen, die man nach vor als Deutscher auch in Norwegen (später auch in Holland! „Die Dütschen“) antrifft und zu spüren bekommt. Die norwegische Sprache ist nicht leicht und Wörter werden anders gesprochen als sie im Text stehen (yep à jei). Er musste also sein lange vergessenes Schulenglisch schnellstens wieder auffrischen.
Seine Bilder und Schilderungen erzählen von Norwegen, einer urwüchsigen Landschaft am Meer. Er erzählt von seinen Wanderungen in Norwegen, dokumentiert durch seine Aufnahmen. Was man von Lothar geschildert bekam, ist fast unglaublich. Es gehört wohl viel Mut dazu, einen „Schritt“ nach Norwegen zu wagen!
Er bekam dann eines Tages das Angebot einer Tätigkeit in Rotterdam, in Holland also. Mit seinem Wohnwagen fuhr er nach Rotterdam. Dort sollte er für bestimmte Arbeiten an einer Bohrplattform angestellt werden. Diese ältere Plattform war vor Afrikas Küste versenkt worden. Man brauchte sie aber wieder und so wurde das riesige, mehrstöckige „Gerät“ nach Rotterdam geschleppt. Es waren imponierende Bilder, die wir zu sehen bekamen. Dazu gehörte auch ein Film über Übungen zu Unterwasserrettungen – falls etwas schief läuft, denn das passiert ja alles im Wasser. Nach der Fertigstellung wurde die Bohrinsel von zwei Hochseeschleppern zu den Kanarischen Inseln geschleppt. Wenn man die Bilder im Fernsehen sieht, wird nicht die Realität dargestellt. Durch die Schilderungen und die Bilder von Lothar bekam man erst jetzt den richtigen Eindruck von der Realität auf einer Bohrinsel. Sie landeten Wochen später im Einsatzgebiet der Bohrinsel.
Auch hier entstand nach dem Staunen über das Geschilderte eine lebhafte Diskussion.
Zwischendurch wurde Kaffee und Kuchen serviert, sodass, wie immer, Essen und Trinken nicht zu kurz kamen. Den beiden Autoren hatte es im Heimatmuseum sehr gut gefallen und sie versprachen, wieder zu kommen.