{"id":964,"date":"2025-10-30T09:40:52","date_gmt":"2025-10-30T08:40:52","guid":{"rendered":"https:\/\/heimatmuseum-allendorf.de\/?p=964"},"modified":"2025-10-30T09:40:52","modified_gmt":"2025-10-30T08:40:52","slug":"aus-dem-archiv-des-allendorfer-museums-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/heimatmuseum-allendorf.de\/?p=964","title":{"rendered":"Aus dem Archiv des Allendorfer Museums"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Zum Nikelsmarkt am 2. November 1938 wurde im Frankfurter Generalanzeiger im Jahre 1938 folgendes ver\u00f6ffentlicht:<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201e<u>Allendorf an der Lumda<\/u><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Kinderwiegen und Hochzeitstruhen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eStadt Allendorf liegt an der Lom;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Ein bunten Leven f\u00fcrt in sum,<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>\u201eblaw und schwarz seind die Farben beydt,<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Trew seyn, gezimbt in Lieb und Leydt.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Unter dem Wappen des Dorfes Allendorf an der Lumda steht dieser Spruch; dar\u00fcber schaut ein ungekr\u00f6nter L\u00f6we mit grimmigem Gesichtsausdruck nach rechts. Es war das Wappen der Stadt Allendorf, denn am 2. M\u00e4rz 1317 erhob der damalige Landgraf nach vorheriger Einbeziehung der Orte M\u00f6llenbach, Todenhausen und H\u00e4uslingen den Marktflecken Allendorf zur Stadt und Festung. Die drei anderen Orte gibt es heute nicht mehr; dort wo sie einst standen, ist heute Ackerland und nur Steine geben uns von ihnen Kunde, und die Chronik, die manches \u00fcber sie zu berichten wei\u00df.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Allendorf geh\u00f6rte schon 786 als eine der \u00e4ltesten Besitzungen den hessischen Landgrafen. Nach der Erhebung zur Stadt und Festung befreite der Landgraf die Einwohner auf sechs Jahre von \u201eBeed, Dienst und Schatzung\u201c unter der Bedingung, da\u00df sie eine bestimmte Summe zur Befestigung der Stadtmauer verwenden sollten. So erhielt die Stadt eine Befestigung. Von ihr ist heute nichts mehr zu sehen, nur einer der T\u00fcrme steht noch und ein paar Flurnamen erinnern an die Macht und Gr\u00f6\u00dfe der Stadt.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Mannigfach war das Schicksal Allendorf. Im Jahre 1488 kam eine gro\u00dfe Hungersnot \u00fcber das Land, im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Kriege ist Allendorf von dem Landgrafen Wilhelmus von Hessen, wie die Chronik berichtet, \u201eganz und gar ausgepl\u00fcndert worden\u201c. Auch die Pest hauste mehrmals in der Stadt und dezimierte ihre Bewohner. Noch heute erinnert der Pestillenzstrauch in einem Buchenhain \u00fcber Allendorf an jene schreckliche Zeit, in der die Einwohner vor der Pest in die W\u00e4lder fl\u00fcchten mu\u00dften. Im Jahre 1606 wurde die erste Calvinische Predigt in Allendorf gehalten.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Weitere Marktsteine im Aufbau Allendorfs sind von altersher die M\u00e4rkte gewesen, und noch heute hat der Nikelsmarkt seine besondere Bedeutung, denn Allendorf ist trotz der Kriegsz\u00fcge und trotz der vielen gro\u00dfen Br\u00e4nde, die die Ortschaft heimsuchten, stets ein flei\u00dfiges aufbaufreudiges Dorf geblieben. Neben der Landwirtschaft waren immer Handel und Gewerbe in Bl\u00fcte, auch heute noch sind fast alle Gewerbezweige vertreten. Besonders die Drechsler und Tischler machten Allendorf ber\u00fchmt, denn von hier aus gingen die kostbaren Hochzeitstruhen und kunstvoll gearbeiteten Kinderwiegen in die ganze Welt. Unter dem Losungswort \u201eAllumda\u201c, mit dem sich auch die H\u00e4ndler auf den M\u00e4rkten begr\u00fc\u00dften, waren die Holzarbeiten von besonderer G\u00fcte und ausgesuchten Formen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Sogar eine Gr\u00e4fin von Parma lie\u00df sich eine Truhe als kostbares Hochzeitsgeschenk von Allendorf nach Italien holen.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Auch heute haben wieder Arbeit und Gewerbeflei\u00df dem Dorfe zu einem gediegenen Wohlstand verholfen. Neben der Landwirtschaft, die viele Bewohner ern\u00e4hrt, gibt ein gro\u00dfes Holzs\u00e4gewerk sowie eine Oel- und Fettfabrik Arbeit und Verdienst.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Von den Pl\u00e4nen, die zum Ausbau und zur Versch\u00f6nerung Allendorf vorlagen, sind einige schon in Erf\u00fcllung gegangen, eine neue Stadthalle ist erstanden, ein sch\u00f6nes Forsthaus wurde erbaut und eine gr\u00f6\u00dfere Wasserleitung angelegt. Weitere Bauarbeiten werden in naher Zukunft vorgenommen. In erster Linie wird eine neue Schule errichtet werden. Dann ist an ein HJ-Heim gedacht, das durch eine gr\u00f6\u00dfere Badeanlage und einen sch\u00f6nen Sportplatz erweitert werden soll.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Diese Ver\u00f6ffentlichung im Frankfurter Generalanzeiger zeugt von der gro\u00dfen Bedeutung des tradionellen Allendorfer Nikelsmarktes.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Von dem Nikelsmarkt hie\u00df es einmal, \u201eda\u00df er der bedeutendste zwischen Frankfurt und Kassel gewesen sei. Selbst die Leipziger Messefahrer suchten den Nikelsmarkt auf\u201c, so nachzulesen in der Oberhessischen Zeitung vom 31.10.1938. &nbsp;&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Eine dieser wertvollen \u201eAllumda Truhen\u201c befindet sich im Allendorfer Museum.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"539\" src=\"https:\/\/heimatmuseum-allendorf.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Allumadatruhe-1-1024x539.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-965\" srcset=\"https:\/\/heimatmuseum-allendorf.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Allumadatruhe-1-1024x539.jpg 1024w, https:\/\/heimatmuseum-allendorf.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Allumadatruhe-1-300x158.jpg 300w, https:\/\/heimatmuseum-allendorf.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Allumadatruhe-1-768x404.jpg 768w, https:\/\/heimatmuseum-allendorf.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Allumadatruhe-1-1536x808.jpg 1536w, https:\/\/heimatmuseum-allendorf.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Allumadatruhe-1-2048x1078.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Nikelsmarkt am 2. 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